• BAUERNSCHAFT ANGERBERG

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„Hinterhech“ und „Daxer“ - die zwei neuen Erbhöfe von Angerberg

Auf vielen Tiroler Bauernhöfen kann man ein bronzenes Adlerschild mit der Aufschrift „Erbhof“ entdecken. Seit dem Jahre 1931 ehrt das Land Tirol nach dem Tiroler Erbhofgesetz Bauernhöfe, die als „alt ererbter bäuerlicher Besitz“ gelten.

Zur Erlangung dieser Erbhofwürde ist es erforderlich, dass es sich um einen landwirtschaftlichen Besitz handelt, der mit einem Wohnhaus versehen ist und dieser seit mindestens 200 Jahren in gerader Linie innerhalb einer Familie vererbt oder übergeben worden ist.

Auch, dass der Eigentümer den Hof selbst bewohnt und bewirtschaftet. Diesen Nachweis muss der Bauer selbst erbringen, was natürlich eine genaue Erforschung der Hofgeschichte erforderlich macht. Dadurch kommen oft interessante Details dieser Höfe an das Tageslicht - wie Familienschicksale, Katastrophen, wirtschaftliche Besonderheiten und bedeutende Persönlichkeiten.

Am 15. August 2015 verlieh das Land Tirol im Rahmen einer Festveranstaltung den Familien Margit Strillinger „Hinterhech“ und Reinhard Strillinger „Daxer“ die Erbhofwürde.

Chronik Hinterhech

Am 8. Februar 1768 kaufen die Eheleute Anna Erlinger und Georg Härtl, vormaliger Besitzer beim Pfluger das „anderthalb Viertel Gut auf der unteren Hech“. Diese übergeben am 14. Dezember 1791 an Sohn Georg Hartl II. Ihm folgt Georg Hartl III. am 9. Februar 1833 als Bauer zu Hinterhech. Aus dem Sterbebuch Angath: Am 15. Juli 1859 um 9 Uhr Vormittag stirbt Mathäus Hartl, lediger Bauernsohn in der hinteren Hech, in Folge einer erhaltenen Stichwunde im Alter von 23 Jahren. Deshalb übergibt am 30. April 1866 Georg Hartl III. seiner Tochter Katharina Hartl den Hof, welche noch im selben Jahr Peter Bramböck, Bauernsohn vom Messner im Tal heiratet. 1902 stirbt Katharina und 1906 ihr Ehemann Peter Bramböck, worauf ihre beiden Söhne Peter Bramböck II. den Hochfeldhof und Josef Bramböck den Hof zu Hinterhech erben. 1932 stirbt Josef Bramböck im Alter von 59 Jahren und seine Witwe Magdalena Bramböck, geb. Obermaier, wird Besitzerin und übergibt 1949 an ihren Sohn Josef Bramböck II. 1988 folgt Josef Bramböck III., welcher 2011 den Hof an seine Tochter Margit, verehelichte Strillinger, übergibt.

Chronik Daxer

Simon Strillinger aus Thiersee kauft am 28. Oktober 1814 das „Gut zu Taxach“. Zum Besitz gehören auch 16 Kuhgräser und 2 Schweinegrasrechte auf der Buchacker Alm. 1821 erhält Simon Strillinger die Bewilligung zur „Potaschesiederei“ (Seifenherstellung) sowie das Recht eine Hausmühle zu erbauen. Andreas Strillinger folgt 1840 auf dem „Taxerhof“ und übergibt diesen 1879 an Andreas Strillinger jun. 1906 folgt Josef Strillinger, geb. 1878, der als treibende Kraft der „Wege Bau und Erhaltungsgenossenschaft Buchackeralpe“ gilt, wofür er am 31. Oktober 1954 die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Angerberg erhielt. 1957 folgt Josef Strillinger II. und als der Hofnachfolger Josef Strillinger III. 1973 im Alter von 42 Jahren unerwartet stirbt, folgt schließlich Reinhard Strillinger als Bauer beim Daxer nach.

Bericht: Bramböck Hannes

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