Arbeitsgruppe SAKRALRAUM – KAPELLE – FRIEDHOF: Exkursion nach Salzburg am 3. 4. 2017

Teilnehmer:

Vbgm. Gerhard Gruber
Pfarrprovisor Msgr. Mag. Peter Paul Kahr
Heinrich Osl (AG-Leiter)
Hubert Osl (AG-Protokollführer)

1. Erzbischöfliches Ordinariat: Diözesankanzler Dr. Elisabeth Kandler-Mayr (9 – 10 Uhr):

Pfarrprov. Peter Paul Kahr:

In Angerberg gibt es ein Dorferneuerungsprojekt. Derzeit hat der Ort eine Schulhauskapelle, aber keinen Friedhof. Durch den Bevölkerungszuwachs ist der Bedarf für eigenen Friedhof mit Gebäude gegeben, der nicht nur christlich, sondern interreligiös genützt werden soll.

Dr. Elisabeth Kandler-Mayr:

Das Beerdigungswesen ist in Tirol Landesrecht (§ 28). Die Bestattungsregelung ist Aufgabe der Gemeinde und hat in Absprache mit dem Land für den Friedhof zu sorgen, auch für die „Naturbestattung“ auf Grünfläche mit Bäumen ohne Gebäude aber mit Lagerraum – Beispiel Maria Plain: Verein „Pax Natura“.

Heinrich Osl:

Der Friedhof in Angath wird in 10 Jahren zu klein sein, daher der Wunsch der Bevölkerung, in Angerberg einen Friedhof mit Aufbahrungshalle zu bauen.

Dr. Kandler-Mayr:

Gutes Beispiel in Kufstein ist der Friedhof mit der Hl-Geist-Kirche mit Nebenräumen, Nebenteil ist interreligiös genutzt, auch für Konfessionsfreie.
Die Hauptfrage ist: Erdbestattung und/oder Feuerbestattung mit sichtbaren oder unsichtbaren Urnen. Im städtischen Umfeld von Salzburg gibt es derzeit 70 % Urnenbestattung.

Vbgm. Gerhard Gruber:

Der Friedhof wird in Angath wie bisher weitergeführt, Platz für Erdbestattung ist vorhanden. Beim Friedhof in Angerberg sollte gleich beim Eingang eine Zufahrt und ein einladender Vorplatz zur Aufbahrungshalle führen, dahinter der Friedhof.

Dr. Kandler-Mayr:

Hart i. Zillertal ist ein gutes Beispiel.

Heinrich Osl:

400 Personen haben in Angerberg noch keine Grabstätten, 20 – 30 % werden die Familiengräber von Angath nach Angerberg verlegen. Wenn Urnenbestattung, dann nicht an der Wand.

Hubert Osl:

Es wird Exhumierungen geben. Einige werden Urnen mit Inhalt der Natur übergeben und einige unverrottbare Urnen haben.

Dr. Kandler-Mayr:

Es gibt Bio-Urnen, die in 5 Jahren abgebaut werden, und Urnen, die ewig bestehen. Entscheidung ist zu treffen, ob platzsparende abbaubare Urnen oder sichtbare bzw. unsichtbare Urnen in Frage kommen.

Vbgm. Gerhard Gruber:

Gibt es für Friedhöfe Größenvorgaben, verdichtete oder große Grabflächen?

Dr. Kandler-Mayr:

An erster Stelle steht die Grundstücksfrage, dann werden Bestatter und Geologen beigezogen, das Land schreibt die Fakten vor: Fläche für Bestattung, Gebäude, Nebenräume und Lagerräume. Wichtig ist eine optisch ansprechende, qualitätsvolle Ausstattung des Friedhofs.

Hubert Osl:

Ein Friedhofsarchitekt wird notwendig sein.

Vbgm. Gerhard Gruber:

Wie z. B. der Gestalter des Schlosshofes in Mariastein Sepp Wurzer.

Dr. Kandler-Mayr:

Der letzte Schritt ist die Friedhofsordnung der Gemeinde, z.B. Skizzen und Zeichnungen für eine bestimmte Größe der Bodenplatten, Genehmigung für Gravuren, Platz für Kerzen und Blumen. Die Gemeinde muss die Vorgaben kontrollieren, den Steinmetz beiziehen und die Bevölkerung über die Friedhofsordnung informieren.

Heinrich Osl:

Die Bevölkerung ist vorher zu befragen.

Dr. Kandler-Mayr:

Vorher ist mit den Leuten zu reden, ob Erdbestattungen oder/und Urnen gewünscht sind.
Hallein und Hüttschlag sind gute Beispiele – siehe beiliegende Kopien!
Asche zu verstreuen ist in Tirol nicht erlaubt, nur im Ausland.
Die Bestattung für Konfessionslose soll in einem eigenen Friedhofsteil stattfinden.

Pfarrprov. Msgr. Peter Paus Kahr bedankt sich bei Dr. Elisabeth Kandler-Mayr für die Informationen.

 

2. Bestattungsunternehmen Jung, 5020 Salzburg, Innsbrucker Bundessstraße 42/44 Aussegnungshalle (10:30 – 11:15 Uhr):

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Unternehmerin Jung:

Trauerhalle: Glasfront und Portale sind dominant (Übergang vom Leben zum Tod ins andere Leben). Die Lehmwand (Künstler Walch, Vorarlberg) mit der Spalte in der Mitte symbolisiert Erdverbundenheit, Trennung und Licht.
Die Akustikdecke hat sich bei musikalischer Gestaltung mit Bläsern und Orchesterbesetzung sehr bewährt.
Wichtig sind Scheinwerfer und eine gute Tonanlage (Fa. Itec oder Asakustik) in der Halle und auf dem Vorplatz.
Die Deckenhalterungen sind zum Aufhängen von Gegenständen (Fahnen, Surfbrett, Segelflieger, ...).
Bildschirm-Präsentationen sind möglich.
Religiöse Symbole (Kreuz, Figuren, moslemische und buddhistische Zeichen, ...) sind im Nebenraum aufbewahrt und können in der Halle aufgestellt werden.
Die Bestuhlung ist für 100 Personen ausgelegt, 400 Personen waren schon einmal hier.
70 % verabschieden sich in der Halle.
Der Auszug der Leute aus der Halle muss würdevoll gestaltet werden. Der Abschluss der Trauerfeier ist sehr wichtig.
Weitere Innenräume: Neutrale kleinere Räume mit Sargaufbahrung zur persönlichen Verabschiedung für Familienangehörige, Zeit für Trauerbewältigung! Der Sarg ist verschlossen, kann aber für die Angehörigen geöffnet werden. Alle Räume müssen Klimaanlagen haben. Kühlräume sind wichtig.
Vorplatz: Verbindung zwischen Vorplatz und Halle ist sehr wichtig. Der große Vorplatz hat sich sehr bewährt. Das WC in der Nähe ist nicht zu vergessen.
Kosten: Halle, Nebenräume und Vorplatz: 2,5 Mio. €

Allgemein hat sich das Bestattungswesen in den letzten Jahren äußerst dynamisch entwickelt.

Die Neugestaltung einer Trauerhalle mit Nebenräumen und Vorplatz muss weitläufig bedacht und gesehen werden.

 

3. Besichtigung der Naturbestattung „paxnatura“ in Maria Plain

6e Foto paxnatura Maria Plain Salzburg

Rasenfläche mit Bäumen, Steinblöcke mit kleinen Namensschildchen. Bestattungsstellen nicht sichtbar.